Nach der Feier kam der Sturm
Nach den Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit am 1. Mai 1933 - von den Nazis zum "Feiertag der nationalen Arbeit" erklärt - folgte am 2. Mai 1933 der Sturm auf die Häuser der freien Gewerkschaftsbewegung im ganzen Reich. Der Selbsterhaltungswille der Aschaffenburger Gewerkschaften war nach der Machtergreifung Hitlers groß. Sie versuchten die Organisationsstrukturen zu retten.
Zur gleichen Zeit, als die Gewerkschafter noch glaubten, taktieren zu können, liefen im ganzen Land schon Aktionen gegen die Gewerkschaften. Büros und Gebäude wurden besetzt oder beschlagnahmt. Überfälle auf einzelne Mitglieder waren an der Tagesordnung.
Aschaffenburg - „Sie sind bewaffnet!“
Auch das Gewerkschaftshaus in der Fischergasse 24 in Aschaffenburg wurde zwei Mal durchsucht. Zur größten Verwunderung der Gewerkschafter wurden Waffen entdeckt.
Schutzhaft - Gleichschaltung - Arbeitsverbote
Viele Gewerkschafter kamen in Schutzhaft. Die Gleichschaltung erfolgte daraufhin kampflos - Arbeitsverbote wurden ausgesprochen.
Gedenkstunde nach 90 Jahren
Datum/Uhrzeit: Dienstag, 2. Mai 2023 um 17 Uhr
Ort: Fischergasse 24 (ehemaliges Gewerkschaftshaus)
Ablauf
Begrüßung: Björn Wortmann, DGB-Kreisverbandsvorsitzender Aschaffenburg-Miltenberg
Grußwort: Jürgen Herzing, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg
Impuls: Stefanie Dröschel, Historikerin „90 Jahre Erstürmung der Gewerkschaftshäuser“
Musik: Reinhard Frankl
Es werden Blumengestecke von der Stadt Aschaffenburg und des DGB-Kreisverbands niedergelegt.