Aschaffenburg/Alzenau. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ haben sich auch Beschäftigte aus der Region Aschaffenburg am bundesweiten Aktionstag der IG Metall in der Auto- und Zulieferindustrie beteiligt. Damit setzen sie ein deutliches Zeichen für die Sicherung der Arbeitsplätze, Investitionen in die Standorte und eine zukunftsfähige Industrie in der Region.
Bei Joyson Safety Systems in Aschaffenburg führte die IG Metall Aschaffenburg gemeinsam mit den Beschäftigten eine aktive Mittagspausenaktion vor dem Werk durch. Dabei machten die Kolleginnen und Kollegen deutlich: Sie erwarten von den Unternehmen tragfähige Zukunftskonzepte und Investitionen in die Standorte, statt Stellenabbau und Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen.
Auch die Beschäftigten von Aumovio in Alzenau beteiligten sich am Aktionstag. Im Rahmen einer Betriebsversammlung setzten sie mit einer gemeinsamen Fotoaktion und einem Unterschriftenbanner ein sichtbares Zeichen für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze und für Zukunftsperspektiven am Standort.
Die Automobil- und Zulieferindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Elektromobilität, Digitalisierung, neue Technologien und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck verändern die Branche grundlegend.
Für die IG Metall ist klar: Die Kosten dieses Umbaus dürfen nicht einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt werden.
Frank Heitzenröther, Betriebsratsvorsitzender der Joyson Safety GmbH in Aschaffenburg kritisiert bei seiner Rede, dass viele Unternehmen wichtige Entwicklungen bei E-Mobilität, Digitalisierung und Batterietechnik zu lange verschlafen hätten. Die Beschäftigten dürften jetzt nicht zu den Sündenböcken für unternehmerische Fehlentscheidungen gemacht werden. Notwendig seien echte Strategien, Investitionen und neue Produkte für die deutschen Standorte.
Stephan Parkan, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg machte in seinen Ausführungen deutlich, dass es politische Rahmenbedingungen braucht um eine nachhaltige Industriepolitik zu betreiben. Die Diskussion um Sparmaßnahmen in den sozialen Sicherungssystemen sind an dieser Stelle völlig daneben und verunsichern Beschäftigte, die jeden Tag den Laden am Laufenden halten.
Zukunft statt Kahlschlag
Die IG Metall fordert von den Arbeitgebern:
- Zukunftsprodukte für die Werke und Standorte
- Investitionen in die Standorte statt einseitiger Orientierung an Ausschüttungen für Aktionäre
- Finger weg von der 35-Stunden-Woche
- Einsparungen dort, wo überbordende Bürokratie, komplexe Strukturen und Managementkosten tatsächlich reduziert werden können
Gleichzeitig braucht die Industrie aus Sicht der IG Metall verlässliche politische Rahmenbedingungen. Deutschland und Europa müssen auch künftig starke Industriestandorte bleiben. Dafür muss die Transformation aktiv gestaltet werden, anstatt den Verlust weiterer industrieller Wertschöpfung hinzunehmen.
Die IG Metall fordert deshalb unter anderem niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie, Unterstützung für Zulieferbetriebe bei der Transformation, eine stärkere Förderung von Zukunfts- und Schlüsselindustrien sowie einen wirksamen Schutz vor unfairem internationalem Wettbewerb. Wer auf dem europäischen Markt erfolgreich verkaufen will, muss auch einen angemessenen Teil der Wertschöpfung und Produktion hier sicherstellen, so Parkan weiter.
Mit den Aktionen in Aschaffenburg und Alzenau reiht sich die Region in den bundesweiten Protest der IG Metall ein. Die Botschaft der Beschäftigten ist dabei eindeutig: Wir wollen die industrielle Transformation mitgestalten. Aber wir akzeptieren nicht, dass die Folgen von Managementfehlern und fehlenden Investitionen allein bei den Beschäftigten abgeladen werden.
Industrielle Zukunft gibt es nur mit den Beschäftigten
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