MAGNA macht Dorf zu! IG Metall kritisiert Managemententscheidung bei Magna Dorfprozelten scharf

Im Juli 2023 war es durch zahlreiche Aktionen gelungen, ein Fortführungskonzept für den Magna-Standort in Dorfprozelten zu vereinbaren. Genau drei Jahre nach der Verkündung der Fortführung, informierte die Standortleitung nun die Belegschaft, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist.

Aktion der Beschäftigten, gemeinsam mit dem Arbeitnehmerrat


Im Juli 2023 war es der IG Metall gemeinsam mit der Belegschaft durch zahlreiche Aktionen gelungen, ein Fortführungskonzept für den Magna-Standort in Dorfprozelten zu vereinbaren. Zuvor hatte das Management angekündigt, das Werk schließen zu wollen.

 

Im Rahmen der damaligen Vereinbarung leisteten die Beschäftigten erhebliche Beiträge zur Standortsicherung und trugen weitreichende Personalanpassungen mit. Im Gegenzug sagte das Management zu, neue Produkte und Zukunftstechnologien am Standort anzusiedeln und damit die langfristige Perspektive des Werks zu sichern.


Aktion der Beschäftigten, gemeinsam mit dem Arbeitnehmerrat

In der Folge wurde zunächst auf Konzernebene entschieden, das Marktsegment der Overhead-Konsolen nicht weiterzuverfolgen – ein wesentlicher Bestandteil des vereinbarten Fortführungskonzepts. Darüber hinaus wurden entgegen den damaligen Zusagen keine neuen Produkte am Standort Dorfprozelten platziert und auch nicht von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert.

 

Am heutigen Tag, genau drei Jahre nach der Verkündung der Fortführung, informierte die Standortleitung nun die Belegschaft darüber, dass auf höchster Managementebene entschieden wurde, die für den Standort zentrale Zukunftstechnologie „LC-Spiegelglas“ nicht weiterzuentwickeln und nicht zur Serienreife zu führen.

 

„Wir schließen Vereinbarungen, um Sicherheit zu schaffen. Dabei gehen wir davon aus, dass sich beide Vertragspartner an die getroffenen Absprachen halten“, erklärt Percy Scheidler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg. „Wir haben mehrfach auf veränderte Marktbedingungen reagiert, Konzepte angepasst und konstruktive Vorschläge eingebracht. Umso enttäuschter und entsetzter sind wir über diese Entscheidung. Magna hat vereinbarte Arbeit, Aufträge und Anlagen nicht geliefert und hat jetzt entschieden, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist. Unternehmertum sieht anders aus!“

 

Auch Betriebsbetreuer Christoph Curs äußert deutliche Kritik an der Entscheidung:
„Erneut müssen die Beschäftigten die Folgen von Fehlentscheidungen auf höchster Managementebene tragen. Für die Entwicklung und Vermarktung der LC-Technologie wurden erhebliche Fördermittel des Freistaats Bayern eingesetzt, der ernste Wille das Produkt an den Markt zu bringen hat sich nicht gezeigt. Die Belegschaft hat ihren Beitrag zur Standortsicherung geleistet und darauf vertraut, dass die vereinbarten Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Werks genutzt werden. Stattdessen zieht das Management den Stecker und wir stehen heute erneut vor einem Scherbenhaufen.“

 

Ohne die LC-Technologie besteht kein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Standorts, deshalb wird die Gewerkschaft gemeinsam mit ihren Mitgliedern die Situation bewerten und im Rahmen einer Mitgliederversammlung über die weiteren Schritte beraten.

 

Das Vertrauen in die Verlässlichkeit der getroffenen Vereinbarungen und in die Zusammenarbeit mit der Unternehmensseite hat durch die aktuellen Entscheidungen erheblichen Schaden genommen. „Wir brauchen jetzt Lösungen für die Beschäftigten – und hier wird es um Zeit und Geld für die betroffenen Beschäftigten gehen!“ so Percy Scheidler.