Sozialstaatskonferenz Unterfranken Vollbesetztes Haus - Gewerkschaften stehen zusammen

Am Samstag, 21. März 2026, setzte die Gewerkschaftsbewegung in Unterfranken ein kraftvolles Zeichen für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Sozialstaats. Im Naturfreundehaus Schweinfurt fand die Sozialstaatskonferenz des DGB Unterfranken statt.

Sozialstaatskonferenz, Samstag, 21. März 2026 in Schweinfurt


Schon zu Beginn zeichnete sich die große Bedeutung der Veranstaltung ab: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden. Kolleginnen und Kollegen aus ganz Unterfranken waren angereist - darunter eine starke Gruppe aus Aschaffenburg. Alle acht DGB-Gewerkschaften waren vertreten und und demonstrierten eindrucksvoll ihre Geschlossenheit. 


Sozialstaatskonferenz, Samstag, 21. März 2026 in Schweinfurt

Inhalte, die bewegen: Rente, Gesundheit, Pflege und Arbeitszeit

Die Konferenz befasste sich mit zentralen sozialpolitischen Themen, die Millionen Menschen in Deutschland betreffen. Fachreferenten des DGB-Bundesvorstands, darunter Knut Lambertin und Markus Hofmann, präsentierten klar und faktenreich, was politisch in Berlin vorbereitet wird. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Unter dem Deckmantel vermeintlicher „Reformen“ stehen Verschlechterungen im Raum – längeres Arbeiten, geringere Leistungen, mehr Belastung für Beschäftigte.

Auch das offizielle Programm des DGB Unterfranken machte deutlich, dass die kommenden Jahre entscheidend dafür sein werden, ob der Sozialstaat stabil bleibt oder ausgehöhlt wird. Themen wie soziale Sicherung bei Krankheit, Pflege und im Alter standen klar im Vordergrund.


 

Deutliche Worte: Der Sozialstaat wird verteidigt

Eine kraftvolle Rede hielt Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern. Er machte klar, dass die Gewerkschaften keine Verschlechterungen akzeptieren werden – weder über Gesetzgebungsverfahren noch über Kommissionen, die abseits der Öffentlichkeit agieren. Seine Aussage war ein Versprechen an alle Beschäftigten: „Der Sozialstaat wird verteidigt. Punkt.“ 

Dieses Signal stieß im Saal auf breite Zustimmung und prägte die Stimmung der gesamten Veranstaltung.

Konzentriert in der Sache – lebhaft in der Diskussion

Während des gemeinsamen Mittagessens – begleitet von vielen Gesprächen – wurde deutlich, wie relevant und emotional aufgeladen die Themen für die Beschäftigten sind. In den Gesprächen der Aschaffenburger Delegation mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region standen vor allem die Praxisfolgen geplanter Reformen im Mittelpunkt: Wie wirken sich neue Rentenkonzepte auf Arbeitsbiografien aus? Was bedeutet längeres Arbeiten in belastenden Berufen? Wie lassen sich Fachkräftemangel und Arbeitszeitrealitäten vereinbaren?

Am Nachmittag traf dann die Politik auf die klare Haltung der Gewerkschaftsbasis. Auf dem Podium standen unter anderem Emmi Zeulner (CSU) und Bernd Rützel (SPD). Doch die Diskussion wurde schnell von der Basis geprägt: Als Gottfried Weippert, ehemaliger Betriebsratsvorsitzende von Koenig & Bauer in Würzburg, das Wort ergriff und die Forderung formulierte, die Gestaltung der Arbeitszeit müsse in den Händen der Beschäftigten bleiben, brach im Saal lautstarker Applaus aus – ein Moment, der zeigte, wie einig sich die Gewerkschaften in dieser Frage sind. 

Zum Ende der Konferenz wurde die zentrale Botschaft noch einmal unüberhörbar: Reden allein reicht nicht mehr. Wenn der Druck von oben weiter zunimmt, dann braucht es entschlossenen Gegendruck von unten – in den Betrieben, auf der Straße und überall dort, wo Beschäftigte gemeinsam für ihre Rechte einstehen.

Frank Firsching, Regionsgeschäftsführer des DGB Unterfranken, brachte es im Schlusswort unmissverständlich auf den Punkt: „Jetzt ist nicht die Zeit, die Fahnen einzurollen. Jetzt ist die Zeit, sie auszurollen – und wenn es nötig ist, auch auf der Straße.“


Fazit: Ein starkes Signal aus Unterfranken

Die Sozialstaatskonferenz in Schweinfurt war ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die Gewerkschaften bereit sind, sich entschlossen gegen Angriffe auf soziale Sicherungssysteme zu stellen. Die IG Metall Aschaffenburg war nicht nur dabei – sie war mittendrin.

Die Botschaft dieses Tages könnte klarer nicht sein: Der Sozialstaat gehört den Menschen, die ihn tragen. Und diese Menschen werden nicht untätig zusehen, wie er kaputtgespart wird.

Mit einem klaren Kurs setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass der Sozialstaat ein Fundament bleibt, auf das sich alle Menschen verlassen können.

Solidarisch. Stark. Entschlossen.


Sozialstaatskonferenz, Samstag, 21. März 2026 in Schweinfurt